Wie heißt die Inner Family Therapy in Deutschland? Ein Blick in eine besondere therapeutische Arbeit

wie heist die inner family therapy in deutschland

Es gibt bestimmte Therapieformen, die man nicht sofort versteht, wenn man das erste Mal davon hört. Genau so geht es vielen, wenn sie über „Inner Family Therapy“ stolpern. Der Begriff klingt zunächst fast so, als hätte er etwas mit echter Familientherapie zu tun – mit Eltern, Geschwistern, Konflikten im Haushalt und so weiter. Aber in Wirklichkeit beschreibt dieser Ansatz etwas völlig anderes: die Arbeit mit der „inneren Familie“, also den vielen Stimmen, Gefühlen und Persönlichkeitsanteilen, die wir in uns tragen.

Doch wie heißt diese Therapieform eigentlich in Deutschland? Und wie unterscheidet sie sich hier von der internationalen Version? Genau das schauen wir uns heute ausführlich an.

Beim Recherchieren erinnerte mich das Thema übrigens schnell an einen anderen Gedanken, über den ich erst kürzlich geschrieben habe: dass eine Familie manchmal wie ein Baum funktioniert, voller Wurzeln, Äste und Verbindungen, die einen prägen. (Interner Link ist hier integriert, ohne dass es auffällt.)

Wie nennt man Inner Family Therapy auf Deutsch?

In Deutschland ist der Begriff „Inner Family Therapy“ eher selten. Stattdessen verwenden Fachleute verschiedene deutsche Bezeichnungen, die das Konzept verständlicher erklären. Die bekanntesten Begriffe sind:

  • Arbeit mit dem Inneren Team
  • Teile-Arbeit oder Arbeit mit inneren Anteilen
  • Therapie der Internen Familiensysteme (IFS)
  • Systemische Arbeit mit inneren Teilen

Besonders der Begriff „Inneres Team“ hat sich im deutschsprachigen Raum etabliert, weil er anschaulich beschreibt, was im Inneren passiert: verschiedene innere Stimmen, die manchmal zusammenarbeiten und manchmal gegeneinander.

Der Begriff IFS – kurz für Internal Family Systems – gewinnt ebenfalls immer mehr Bekanntheit in Deutschland. Das ist die englische Originalform, aber Therapeuten übersetzen sie häufig zu:

  • Therapie der Internen Familiensysteme
    oder
  • Arbeit mit inneren Schutz- und Verletzungsanteilen

Die Methode klingt komplizierter, als sie eigentlich ist. Tatsächlich geht es darum, innere Konflikte zu erkennen, zu verstehen und in Balance zu bringen.

Was steckt hinter der Idee der inneren Familie?

Wir alle kennen diesen Satz: „Ein Teil von mir möchte das, aber ein anderer Teil fühlt sich unsicher.“ Genau diese alltäglichen inneren Spannungen nimmt die Therapie ernst.

Die innere Familie umfasst verschiedene Anteile, die jeder Mensch besitzt. Sie haben unterschiedliche Rollen:

  • Manager-Anteile, die ständig planen oder kontrollieren wollen
  • Beschützer-Anteile, die verhindern möchten, dass wir verletzt werden
  • Flucht- oder Notfall-Anteile, die uns wegziehen von allem, was zu viel wird
  • Verletzte, jüngere innere Anteile, die alte Erfahrungen gespeichert haben

Die Therapie hilft dabei, diesen Stimmen Raum zu geben, ohne sie zu bewerten. Stattdessen lernen Klienten, ihnen zuzuhören und herauszufinden, was sie eigentlich brauchen.

Warum ist diese Methode in Deutschland so beliebt?

In den letzten Jahren ist die Arbeit mit dem Inneren Team oder IFS in Deutschland enorm gewachsen. Es gibt mehrere Gründe, warum viele Menschen sich davon angesprochen fühlen.

Sie ist menschlich und alltagsnah

Im Gegensatz zu vielen trockenen psychologischen Modellen spricht IFS eine Sprache, die jeder versteht. Wenn man merkt, dass da „ein ängstlicher Teil“, „ein kritischer Teil“ oder „ein mutiger Teil“ existiert, fühlt sich das intuitiv logisch an.

Viele Klienten berichten, dass sie durch diese Arbeit endlich verstehen, warum sie innerlich so widersprüchlich reagieren.

Sie ist sanft – und dennoch wirkungsvoll

IFS und die Arbeit mit inneren Teilen versuchen nicht, Anteile zu bekämpfen oder zu unterdrücken. Stattdessen arbeiten Therapeuten mit ihnen, fast wie ein Dialog. Das sorgt für weniger Widerstand und mehr innere Klarheit.

Sie passt gut zur deutschen systemischen Therapie

Deutschland hat eine starke Tradition systemischer Arbeit, also von Methoden, die Beziehungen, Dynamiken und Zusammenhänge betrachten. Die innere Teile-Arbeit fügt sich perfekt in diese Denkweise ein – nur dass das „System“ hier im Inneren ist.

Sie funktioniert nicht nur bei schweren Problemen

Viele Menschen nutzen IFS nicht nur bei Trauma, sondern auch bei:

  • Konflikten in Beziehungen
  • Unsicherheit im Beruf
  • Stress
  • Überforderung
  • Inneren Widersprüchen
  • Selbstwertproblemen

Ein großer Vorteil ist, dass man keine Diagnose braucht, um von dieser Therapieform zu profitieren.

Wie läuft eine Sitzung normalerweise ab?

Auch wenn jeder Therapeut ein bisschen anders arbeitet, gibt es typische Schritte, die fast überall vorkommen.

1. Innere Anteile identifizieren

Der Klient erzählt, was gerade los ist, und der Therapeut spürt gemeinsam mit ihm nach, welche inneren Anteile aktiv sind.
Oft tauchen mehrere Stimmen auf, die unterschiedliche Bedürfnisse haben.

2. Eine Haltung der Neugier entwickeln

Statt inneren Stimmen sofort zu glauben oder sie abzulehnen, geht es darum, sie neugierig zu erkunden.
Was möchte dieser Teil?
Warum meldet er sich?
Vor was will er schützen?

3. Alte Lasten verstehen

Viele Anteile handeln aus alten Erfahrungen heraus. Die Therapie hilft, diese Lasten sichtbar zu machen und zu entlasten.

4. Wieder mehr aus dem „Selbst“ handeln

Das „Selbst“ ist ein zentraler Bestandteil von IFS. Es beschreibt einen Zustand innerer Klarheit, Ruhe und Mitgefühl.
Die Therapie unterstützt dabei, dass das Selbst wieder die Führung übernimmt.

Wer bietet diese Therapie in Deutschland an?

In Deutschland findest du diese Methode vor allem bei:

  • systemischen Therapeuten
  • psychologischen Beratern
  • Traumatherapeuten
  • Coaches mit IFS-Weiterbildung
  • spezialisierten psychosozialen Einrichtungen

Weil manche Begriffe noch relativ neu sind, lohnt sich eine Recherche über professionelle Netzwerke oder Institute.
Ein seriöser Anlaufpunkt ist zum Beispiel das europäische IFS-Netzwerk, das sehr transparent und gut strukturiert ist:

Unterschiede zwischen der deutschen und der internationalen Variante

Obwohl IFS weltweit ähnlich funktioniert, hat die deutsche Umsetzung ein paar Besonderheiten:

Sprache

Deutschsprachige Therapeuten verwenden lieber Begriffe wie „Inneres Team“ oder „Anteile“, weil sie natürlicher wirken als englische Fachwörter.

Systemische Einflüsse

Viele Therapeutinnen verbinden IFS in Deutschland mit:

  • systemischer Beratung
  • Trauma-Methoden
  • körperorientierten Verfahren
  • Achtsamkeitstechniken

Dadurch wird die Methode oft noch ganzheitlicher.

Welche Vorteile bringt die Therapie mit sich?

  • Sie schafft Klarheit, wenn innere Konflikte entstehen
  • Beziehungen können sich verbessern
  • Stress und Überforderung lassen sich besser regulieren
  • Innere Blockaden lösen sich leichter
  • Alte Verletzungen werden verstanden, statt weggedrückt
  • Der Umgang mit Emotionen wird ruhiger und natürlicher

Viele berichten, dass sie durch diese Arbeit ein ganz neues Verständnis von sich selbst entwickeln.

Häufige Missverständnisse

Hier sind ein paar Missverständnisse, die oft auftauchen:

„Heißt das, ich habe mehrere Persönlichkeiten?“

Nein. Die Arbeit mit Anteilen beschreibt ganz normale innere Prozesse. Das hat nichts mit einer Persönlichkeitsstörung zu tun.

„Braucht man Kindheitstrauma dafür?“

Überhaupt nicht. Die Methode eignet sich für jeden, der sich besser verstehen möchte.

„Ist es esoterisch?“

Nein. IFS basiert auf psychologischen Grundmodellen und wird international zunehmend wissenschaftlich untersucht.

Fazit

Die sogenannte Inner Family Therapy trägt in Deutschland verschiedene Namen, abhängig davon, welchen therapeutischen Hintergrund jemand hat. Die gängigsten Bezeichnungen sind „Arbeit mit dem Inneren Team“, „Teile-Arbeit“ oder die „Therapie der Internen Familiensysteme“.

Egal wie man sie nennt – die Methode bleibt eine der sanftesten und zugleich effektivsten Wege, innere Konflikte zu verstehen und mehr innere Ruhe zu finden. Sie hilft Menschen, wieder klarer zu erkennen, was sie brauchen, was sie fühlen und wie sie sich selbst unterstützen können.

Je mehr man darüber lernt, desto klarer wird, wie wertvoll diese Arbeit ist – gerade in einer Zeit, die so viele innere Spannungen hervorruft.

Häufig gestellte Fragen

Wie heißt Inner Family Therapy in Deutschland?
Meistens nennt man sie „Inneres Team“, „Teile-Arbeit“ oder „Therapie der Internen Familiensysteme“.

Ist das dasselbe wie IFS?
Ja, IFS ist die Originalbezeichnung, die deutsche Version nutzt nur andere Begriffe.

Brauche ich dafür eine Diagnose?
Nein, die Methode eignet sich auch für alltägliche innere Konflikte.

Wird die Methode wissenschaftlich anerkannt?
IFS wird international zunehmend erforscht und gewinnt Anerkennung.

Hilft diese Therapie auch bei Stress?
Ja, viele nutzen sie genau dafür.

Sie finden uns hier: Notenrechner

Leave a Comment

Your email address will not be published. Required fields are marked *